Fahnenspiele
Facetten einer Geschichte des Fahnenbrauchs
Zwei berühmte Zeitzeugen haben die rheinische Kirmes und das Schützenfest im frühen 19. Jahrhundert geschildert: Gottfried Kinkel und Carl Schurz.
Carl Schurz erzählt in seinen Lebenserinnerungen vom jährlichen Vogelschießen in seiner Heimatstadt Liblar; im Festzug fiel der Fahnenschwenker mit seiner Schützenfahne besonders in den Blick, "Meister Schäfer, ein Schneider, ein weißhaariger, spindeldürrer Mann, der junge Fänt (Fähnrich) genannt, weil sein Vater auch schon die Fahne geschwungen hatte" (Schurz, S. 43)
In seiner Erzählung "Margret" schildert der 1815 in Oberkassel (Bonn) geborene Gottfried Kinkel ein Schützenfest, das er an der Ahr stattfinden lässt. Er muss das Fahnenschwenken wohl in seiner Jugendzeit selbst erlebt haben, so anschaulich und wirklichkeitsgetreu beschreibt er die Darbietung des Fähnrichs:
"Um 11 Uhr, nach dem Hochamte, be-gann der Fahnenschwenk. Paarweise zogen die Schützen zur Kirche und holten die seidene Fahne mit dem Bilde der Maria ab. Der Fähnrich trat gleich hinter die Musikanten; dann folgte der Schützen-könig des vorigen Jahres, dessen Ehrenregiment nun zu Ende ging, und hinter ihm die anderen Schützen, deren jeder insgeheim hoffte, heut an seine Stelle zu treten. Auf dem Hauptplatz unter der Linde angekommen, stellten sich die Jünglinge in einen Kreis, um welchen die Masse der übrigen Dorfbewohner wogte. Der Fähnrich trat in die Mitte: es war ein stattlicher Bursch mit hübschgekräuseltem Schnurrbart; er trug das blaue Barett mit drei Federn und die breite weißseidene Schärpe. Trommel und Pfeife spielten eine alte muntere Weise: nach ihrem Rhythmus erhub er die Fahne in die Luft, schwang sie über dem Haupte, dann stemmte er den Schaft in die Seite und ließ das flatternde Banner mitten um seinen Leib in weitem Kreise rauschen, dreimal rechts, dreimal links herum. Hierauf erhub er den Fuß, und um das Knie des anderen beschrieb die Fahne, dicht am Boden herwehend ohne ihn zu berühren, ihre rauschenden Kreise; auch um den rechten Fuß führte sie sodann die andere Hand, während der linke sich erhub sie durchzulassen. Zuletzt noch einmal wogte das Banner unter dem jauchzenden Zuruf der Massen in fester Faust hoch in die Lüfte über dem Haupte des Starken." (Kinkel, S. 38f.)
Es wird wohl kaum mehr möglich sein, den Ursprung und das Alter des Fahnenschwenkens, heute je nach Landschaft auch Fahnenschlag, Fähndelschwenken oder Fahnenspiel genannt, nachzuweisen. Sicher ist, dass dieses Fahnen-Spiel schon im frühen Mittelalter gepflegt wurde. Im Zeitalter der Söldnerheere kam der Brauch zur vollen Entfaltung und gelangte zu hohem Ansehen. Das Fahnenschwingen soll selbst an königlichen Höfen gefördert und gepflegt worden sein. Es galt neben dem Fechten als "manierliches soldatisches Spiel".
Schützenbruderschaften, Maigesellschaften und Junggesellenvereinigun-gen pflegen heute die Fahnenbräuche. In rheinischen Landschaften bildeten sich sogar Verbände, die mit ihren Fähnrichen regelrechte Meisterschaften ausschwenken. Bei großen Festereignissen wie beispielsweise den Bezirks- und Diözesan-Schützentreffen, den historischen Volksfesten oder den Würselener Jungenspielen tragen die Fahnenspiele zur besonderen Festattraktion bei. Die Vielfalt der Formen und Schaudarbietungen reichen vom sinnbildlichen Nachvollziehen der Fesselung und Entfesselung des hl. Sebastianus bis zu artistischen Fahnenpyramiden.
Gehen wir Spuren des Fahnenbrauchs nach. Im Söldnerheer des ausgehenden 15. Jahrhunderts besaß schon die kleinste taktische Einheit eine Fahne. Nach ihr wurde diese Truppe ein "Fähnlein" genannt. Fahnenträger war der Fähnrich. Durch verschiedene Signale mit der Fahne dirigierte er das Spiel der Spielleute, die er auch anzuwerben hatte. Der Fahne wurde auch symbolische Bedeutung zugemessen.
Entstehung und Ausbreitung des Brauches, Fahnen zu schwingen, wurden begünstigt durch die besonders gut geeigneten Landsknechtsfahnen, die in der Regel eine annähernd quadratische Form hatten. Die Fahnenstange war so kurz, daß ihr Schaft kaum über das Tuch hinausreichte, kaum einen Griff bildete.
Ausführliche, mit prachtvollen Kupferstichen ausgestattete Fahnenbüch-lein des 17. Jahrhunderts überliefern die genau umschriebenen Übungen des Fahnenexerzitiums jener Zeit. Ein Beispiel: 1615 gaben Johann Renner und Sebastian Heußler zu Nürnberg ein Büchlein heraus mit dem schönen barocken Titel: "New Künstliche Fahnenbüchlein/ Das ist: Wie der Fahnen mit sonderlichen vortheil/leicht und gering/auch Zierlich getragen vnd geschwungen werden soll/auff Teutsche/Italianische/vnd Französische Manier/allen der Kunst liebhabenden Kriegsleuten/vnd denen so zu solch löblicher exercitio an Fürstlichen Höfen/vnd auff Vniversiteten lust vnd lieb tragen/zu gefallen/mit schönen Kupffersttücken in Truck verfertigt/dergleich vor nie außgegangen."
Das Büchlein überliefert uns die Übungen beim Fahnenschwingen, wie sie im 16. Jahrhundert üblich waren, erweitert um das barocke Repräsentationsbedürfnis des 17. Jahrhunderts. Das erste Kapitel handelt davon, "wie der Fahnen getragen und damit Referentz gethan wird". Die Reverenz oder Ehrenbezeugung wurde erwiesen, indem der Fähnrich die Fahne zu Boden senkte, das rechte Bein zurücksetzte, sich verbeugte und die Fahne zum Mund anhob. Beim Fahnenschwingen unterschied man beispielsweise Figuren wie "vier Ecken" und "vier Stöße". Unter einem "tritto" war das Schwingen der Fahne um den Kopf, unter einem "riverso" das Rückschwingen der Fahne um den Kopf zu verstehen.
Zu den Übungen gehörten auch das "Werffen" der Fahne "über die Hand", das "Schreiten über das Fehnlein" mit "zween Füßen", "gerade" und "rundte Stöße" und der "Creutzstich":
"Folget wie man den rundten Stoß soll machen. 13. Schwing das Fähnlein einmal rundt vmb den Kopff/ darnach wider zurück/laß es von der rechten seyten herab lauffen/thu ein starcken stoß damit/vnd in dem so schwing dich mit dem Leib vnd Fahnen starck vnd geschwind herumb nach der lincken hand zu/also daß du geradt vor sich zustehen mit dem lincken fuß kommest/daselbst laß es von dem lincken arm auch ablauffen/vnd schwing dich starck nach der rechten hand zurück herumb/wie an der Figur T. zusehen. Alsdann schwing widerumb einmal fort rundt vmb den Kopff/darnach wider zurück/solches kann man auch lincks machen.
Wie man den Creutzstich macht. 14. Stehe mit dem lincken Fuß auff Buchstaben a., laß das Fehnlein von der rechten seiten herab lauffen/tritt geschwind im selbigen decio auffs b. zu/vnd stich zugleich mit fort/alsdann wend dich herüber mit dem Gesicht auffs c. zu/daselbst laß das Fehnlein von der lincken seyten ablauffen/tritt vnnd stich zugleich mit fort auffs d. zu/vnnd schwing alsdann wider fort rund vmb den Kopff/das soll auch mit der lincken hand gemacht werden." (Renner/Heußler, o.S.)
Der Fahnenbrauch findet sich außerhalb der Welt der Landsknechte oder Fürstenhöfe auch schon früh im Bereich des bürgerlichen Lebens. Handwerksgesellen benutzten die Fahne als Zunftzeichen und bedienten sich ihrer bei festlichen Gelegenheiten. So erhielt die Fleischerzunft zu Eger schon im Jahre 1412 das Privileg, am Fastnachtsdienstag ein Fahnenschwingen zu veranstalten.
Der Fahnenbrauch hat sich in manchen europäischen Landstrichen als kunstvolle Darbietung bei traditionellen oder folkloristischen Festen, bei historischen oder religiösen Umzügen oder auch bei ausgesprochenen Fahnenschwenker-Wettbewerben erhalten. Eine reiche Brauchtradition hat das Fahnenschwingen der Älpler-Bruderschaften in der Schweiz. So wurde 1910 eine Schweizerische Jodler-Vereinigung gegründet, welche sich der Pflege des Jodelns, Alphornblasens und Fahnenschwingens verschrieb, beispielsweise mit Verbandsfesten und Fahnenschwinger-Wettbewerben nach genau festgelegten Richtlinien.
Sehr ausgeprägt ist das "Vendelzwaaien" in den niederländischen Provinzen Noord-Brabant und Gelderland, Maasland sowie in belgischen Landstrichen. An den Festen der Schützengilden messen sich beispielsweise die Fähnriche nach dem gemeinsamen "Vendelgroet" (Fahnengruß) in Einzelkonkurrenz wie im Gruppenschwingen um die begehrten "Zilveren"-Schilde. Die dort gebräuchliche Fahne ist sehr groß und am Griffende mit einer fünf Kilo schweren Kugel versehen.
Eine Beschreibung der landschaftlich verschieden ausgeprägten Fahnenbräuche aus dem Jahre 1955 schildert uns das Fahnenschwingen in österreichischen und italienischen Regionen:
"Im Südtirol ist das Schwingen des 'Fahnl' in guter Entwicklung herangereift. ... Im Burggrafenamt übt man sich mit wellig gestreiften Fahnen in sehr elegantem Schwingen.- Der 'Banderal' aus Carano im Fleimstal schwingt seine zwei auf zwei Meter große, mit goldenen Buchstaben auf ihre Herkunft beschriftete Fahne meistens beidhändig, während er von vier 'lacché' umtanzt wird, was sehr orginell wirkt.- Anders die Eggtaler aus Welschnofen. Diese Fahne ist blauweiß, in der Mitte geteilt, mit einem großen aufgemalten Edelweiß. Angetan mit dem gelben Mantel seiner Schützenkameraden, schwingt der Fähnrich elegant zum Walzer der Trachtenkapelle, selber im Takte mittanzend.- Im Dolomiten-Dorf Canazei sowie im Fassatal bestehen noch eigentliche 'Fahnenvereine' (Società Bandiera). Sie haben prächtige, riesengroße, siebenfarbige Fahnen und schwingen ebenfalls in gutem Rhythmus.- Im Gegensatz zu den Südtiroler Fahnlschwingern, die alle in ihre angestammte Tracht gekleidet sind, trägt der Fahnenschwinger der Prangschützen von Ranten, Steiermark, noch die Napoleonische Uniform. Seine seidene Fahne ist grünweiß und mit einem langen Stab versehen. Er schwingt dieselbe am Bartolomäustag in schneidigem Tempo im Kreise seiner Grenadiere, die dabei eine Salve schießen. - Die Alfieri von Siena in der Toskana messen sich am Palio (Reiterfest) in edlem Wettstreit um die Meisterschaft der siebzehn Stadtbezirke. Prächtig bestickte Fahnen werfen sich da die 'giuocatori di bandiera' in mächtigen Schwüngen mit echt südländischem Temperament zu. Ein unvergessliches Schauspiel." Auch in deutschen Landschaften hat der Fahnenbrauch eigene Überlieferungen. Auf eine lange Tradition soll das Fahnenschwingen bei der alle vier Jahre stattfindenden Landshuter Fürstenhochzeit zurückblicken, einem Festspiel, welches die legendäre Hochzeit zwischen Herzog Georg dem Reichen und der polnischen Königstochter Hedwig im Jahre 1475 zum Thema hat. Die Landshuter Fahnenschwinger bieten, als Knappen eingekleidet, eindrucksvolle Fahnenspiele mit ihren bunten Wappenfahnen.
In der kleinen westholsteinischen Stadt Krempe findet alljährlich das Scheibenschießen der Gilde statt. Als Höhepunkt gilt das Fahnenschwen-ken, dessen Übungen sind: Begrüßung, einfaches Kreisschlagen und Waage sowie der Zitronenwurf, wobei die Fahne hochgeschleudert und gleichzeitig eine hochgeworfene Zitrone mit dem Säbel duchrgeschlagen werden muß.
Wie im österreichischen Burgenland oder in Tirol kennt man auch hierzulande das Fahnenschwenken an religiösen Festen. Im Hochsauerland beispielsweise finden sich Junggesellenvereine, die dem Fahnenbrauch verpflichtet sind: die Fahnengesellschaften oder Fahnenbruderschaften. Ihnen obliegt es, die bei Prozessionen, Beerdigungen und sonstigen kirchlichen Anlässen benötigten kirchlichen Fahnen zu beschaffen und bei Feierlichkeiten zu tragen. Früher bekamen die Fahnenträger nach der Prozession ein Frühstück im Pfarrhaus. Zuvor brachten sie dem Pfarrer eine Ehrenbezeugung dar, wie es in den 1950er Jahren beschrieben wird:
"Der Fahnenträger nimmt seinen mit einem Federbusch geschmückten Fähnrichhut ab, den ihm ein Chargierter hält, und schwingt die Fahne je dreimal nach links und rechts über den Kopf angesichts einer großen Zuschauermenge, die begeistert applaudiert, namentlich wenn eine Fahne besonders schwer ist und ihr Schwenken besondere Kraft erfordert. Das kunstgerechte 'Fähndelschwenken' gilt als ein gern gesehenes Meisterstück. Es ist aus anderen früheren Festbräuchen übernommen und in den Abschluss der Prozession eingefügt, wird aber auch zu anderen Gelegenheiten vorgenommen, z. B. als Ovation für den Bischof, wenn es zur Spendung der hl. Firmung kommt." (Schauerte, S. 122)
In Köln-Mülheim findet an Fronleichnam die einzige Schiffsprozession im Rheinland statt. Die Schilderung des Fähndelschwenkens bei der Mülheimer Gottestracht verdanken wir Adam Wrede, der im frühen 20. Jahrhundert schrieb:
"Ein prächtiger, mit Wimpeln und Fahnen geschmückter Dampfer nimmt die Schar der Gläubigen samt der Geistlichkeit mit dem Sanktissimum auf und fährt sie hinaus auf den Strom. Ein zweiter Dampfer und zahlreiche Kähne, aus denen die Flinten losknallen und Böllerschüsse dröhnen, begleiten und umkreisen den Hauptdampfer. In einem der Kähne schwingt ein rüstiger Mann unausgesetzt das Fendel." (Wrede, S. 272)
Im Rheinland ist der Fahnenbrauch vornehmlich zu Kirmes und Schützenfest ein beliebtes Schaustück. Fahnenspiele sind nicht aus den überlieferten Braucherscheinungen der Schützen wegzudenken. Sie deuten das Fahnenschwenken als sinnbildliche Darstellung der Fesselung und Entfesselung ihres Schutzpatrons, des heiligen Sebastianus. Ein Bericht aus dem Jahre 1935 nennt die Anlässe, bei welchen die Schützen das Fahnenschwenken vorführen:
"Im Norden der Rheinprovinz schwenkt man vielfach mit einer eigenen großen Fahne, die von der eigentlichen Schützenfahne wenig abweicht. Naturgemäß können mit einer solchen Fahne, die manchmal eine Größe von 2 m im Quadrat aufweist, nicht die leichten Bewegungen ausgeführt werden. Gleichmäßig ruhig sind die Umdrehungen, und gleichmäßig flattert die Fahne zu der getragenen Weise eines Walzers. Der Fahnenschwenker selbst, in prächtigem Kostüm, weiße Hose, betreßte oder verschnürte farbige Jacke, bunte Schärpe und Barett mit Feder auf dem Kopfe, trägt mit stolzem Selbstbewußtsein seine Fahne. Von 2 Offizieren begleitet, tritt er vor oder in den Kreis der Zuschauer. Dann treten die Offiziere zurück und jetzt nimmt er die Fahne mit der rechten Hand und schwenkt sie nach dem Takte der Musik ...
Das Schwenken wird veranstaltet, um eine Person zu ehren oder bei einem Fest die Teilnehmer durch dieses schöne Spiel zu erfreuen. Eine solche Ehrung wird bei einem Schützenfest stets dem Ortspfarrer und bei weltlichen Feiern dem Bürgermeister und andern Honoratioren zuteil. Der Abschluß eines Schützenfestes oder einer sonstigen festlichen Versammlung besonders im Freien ist nicht denkbar ohne Fahnen-schwenken. Mit dem Beifall kargt die Menge nicht, wenn der Fahnenschwenker seine Kunst meisterhaft zu Ende geführt hat." (Holland, S. 183f.)
Detailreich hat Adam Wrede das Fahnen-schwenken der Kir-mesjungen beschrieben, wie es vor hundert Jahren üblich war und sich vielerorts bis heute erhalten hat:
"An den Kirmestagen, vor allem Sonntags und Montags, ziehen vielerorts die Burschen aus zum Reispielen. Voran schreitet der Fahnenträger in prächtigem Kleide, angetan mit weißer Hose und roter goldverzierter Jacke, mit bunter Schärpe und einem Barett mit breiter Feder aus dem Kopfe. Hinter ihm folgen die Reijungen paarweise. Zuerst geht's zum Pfarrhause. Dort wird der Rei gespielt, das 'Fendel' (Fahne) geschwenkt oder, wie es in Gangelt (Kreis Heinsberg) heißt, 'de Fahn jeschlaage'. Dies Schwenken oder Schlagen ist eine Kunst und bedarf sehr langer Übung. Der Fendelschwenker nimmt die Fahne mit der rechten Hand und schwenkt sie nach dem Takte einer alten Melodie, welche von Trommlern und Pfeifern gespielt wird. Dreimal im Kreise über seinem Haupte, dann mit der linken Hand ebenso, darauf mit dem rechten ausgestreckten Arme auf der rechten, dann auf der linken Seite. Es folgt jetzt eine dreimalige Drehung der Fahne um den Leib und hinter dem Rücken. Nun beugt sich der Mann nieder, und die Fahne weht rund um seine Beine, darf aber nicht den Boden berühren. Jetzt hebt er das rechte Bein hoch, die Fahne fliegt drunter her und ebenso geht's mit dem linken. Nach jeder einzelnen Vorführung wird die Fahne wieder über dem Haupte geschwenkt. Zuletzt macht er meist den sogenannten Kreuzschlag. Das ganze dauert eine Viertelstunde und erfordert viel Kraft und Gewandtheit. Auch vor den anderen 'Honoratioren' des Ortes macht der Fahnenträger die Schwenkungen. Die 'Respekts'personen zeigen sich dankbar für die Ehrerweisungen." (Wrede, S. 288f.)
Zum Autor:
Dr. Döring ist Volkskundler und als wissenschaftlicher Referent beim Landschaftsverband Rheinland/Amt für rheinische Landeskunde in Bonn, der zentralen Forschungseinrichtung für Alltagskultur und Stadtgeschichte im Rheinland, beschäftigt.